BDK - Atomausstieg

Atomausstieg

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Bundesdelegiertenkonferenz in Halle

beschließt Antrag zum Atomausstieg im Kreis Borken – Kein Atommüll mehr nach Ahaus Stilllegung der UAA bis spätestens 2022

Der Antrag wurde vom KV Borken mit Hilfe der Bürgerinitiativen vor Ort formuliert und von den Kreisverbänden im Münsterland eingebracht.

Die Bundesdelegiertenkonferenz hat den Antrag mit großer Mehrheit angenommen. Sie hat sich gegen die Einlagerung von Atommüll im Brennelemente- Zwischenlager in Ahaus ausgesprochen und für die Stilllegung der Urananreicherungsanlage (UAA) in Gronau und der Brennelementefabrik in Lingen bis spätestens 2022. Das ist damit Teil grüner Programmatik.

Brennelemente-Zwischenlager Ahaus (BZA):
Hier soll möglicherweise demnächst Atommüll aus der ehemaligen Kernforschungsanlage Jülich und der atombombenfähige Atommüll aus dem FRM II in Garching gelagert werden. Die Halle, in dieser Müll gelagert werden soll, ist eine normale eingezäunte und gut bewachte Halle in Leichtbauweise. Sie bietet keinen Schutz gegen atomare Strahlung. Die Halle weder erdbebensicher, noch bietet sie Schutz vor Flugzeugabstürzen.

Wir wollen, dass Atommüll in Zwischenlagern vor Ort gelagert wird und nicht in zentralen Zwischenlagern wie Ahaus.

Urananreicherungsanlage Gronau:
Der Betreiber dieser Anlage Urenco hält mit seiner Produktion einen Weltmarktanteil von 30-40%, 97% gehen in den Export. Von der Urananreicherungsanlage gehen derzeit erhebliche Gefahren aus:

  • Urantransporte zur Anreicherungsanlage und von der Anlage weg, quer durch ganz Deutschland, insbesondere zum Hamburger Hafen, aber auch Transporte von Uranhexafluorid nach England (Capenhurst) bzw Frankreich (Pierrelatte) und zurück.
  • Ständig steigende Mengen an abgereichertem Uran, welches später als Atommüll entsorgt und endgelagert werden muss;
  • Unfall- und Terrorgefahr des derzeit als Uranhexafluorid in Stahlbehältern unter freiem Himmel lagernden Materials

Nach dem jetzigen Stand gibt es für den Betrieb der UAA in Gronau und der Brennelementefabrik in Lingen keine Befristung. Die beiden Einrichtungen werden nach dem jetzigen Stand weiterhin Berge von Atommüll für die Atomkraftwerke in aller Welt produzieren, auch wenn nach dem Atomausstieg das letzte AKW stillgelegt ist.

Wir wollen, dass die beiden Einrichtungen spätestens, wenn in Deutschland das letzte Atomkraftwerk vom Netz ist, die Urananreicherungsanlage in Gronau und die Brennelementefabrik in Lingen geschlossen werden.

In dem Antrag fordern wir

  • Schließung und Abbau der Anlagen in Gronau und Lingen
  • Einstufung des abgereicherten Uranhexafluorids als Atommüll, somit Verbot des Exportes
  • sichere Entsorgung des angefallenen abgereicherten Uranhexafluorids als Atommüll in der Verantwortlichkeit des Bundes, aber auf Kosten der Betreiber: RWE, eon, Großbritannien und Niederlande
  • keinen Verkauf der Anlage: weder mit Betriebsgenehmigung am Standort, noch einen Verkauf am freien Markt zum Betrieb im Ausland.
  • keinen Weiterbetrieb der Urananreicherungsanlage Urenco in Gronau über das Ende der deutschen Atomkraftnutzung hinaus
  • Zwischenlagerung von Atommüll an den Produktionsorten, anstatt ihn nach Ahaus oder ein anderes Zwischenlager zu transportieren
  • Bildung finanzieller Rückstellungen für die Endlagerung der Uranabfälle zu bilden, Abschluss einer Versicherung des Lagers in realistischer Höhe. Dies gilt auch für Transporte mit Uranhexafluorid.

Wir hoffen, dass wir mit dem BDK-Beschluss, dazu beigetragen haben, dass keine Castoren mehr nach Ahaus rollen und dass für die UAA in Gronau und die Brennelementefabrik in Lingen der Ausstieg angegangen wird. Die Grünen im Kreisverband Borken und im Münsterland werden die Umsetzung des Beschlusses im Auge behalten.

Wir möchten allen danken, die an dem Antrag mitgearbeitet haben, insbesondere den Bürgerinitiativen in Ahaus, Gronau und Münster.

Wir möchten weiterhin allen herzlich danken, die unseren Antrag auf der BDK unterstützt haben.

Hier geht es zum BDK-Antrag

 

 

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