Sozialticket abschaffen!

Die schwarz-gelbe Landesregierung will das Sozialticket in NRW abschaffen. 

2010 auf Initiative der GRÜNEN eingeführt, nutzen aktuell mehr als 300 000 Menschen in NRW das verbilligte Ticket z.B. für Behördengänge, Arztbesuche und Besuche von Familie, Freunden und Verwandten.
40 Millionen Euro jährlich erhalten die Verkehrsverbünde aktuell vom Land, damit sie das Ticket anbieten. CDU und FDP wollen diesen Zuschuss bis 2020 komplett streichen. Spätestens dann ist das Sozialticket abgeschafft.
Die Verkehrsverbünde haben bereits angekündigt, dass sie ohne den Landeszuschuss das Ticket nicht länger anbieten werden. Durch den damit verbundenen Rückgang der Fahrgastzahlen werden die Ticketkosten unausweichlich für allle teurer.

Dann werden ärmere Menschen nicht mehr am öffentlichen und gesellschaftlichen Leben teilnehmen können wie bisher, weil die 40 Millionen für den Straßenbau verwendet werden. Es werden damit noch mehr landwirtschaftliche Flächen versiegelt und der Hochwasserschutz wird immer schwieriger bei den zunehmend extremen Wetterereignissen.
In 2017 wurden bereits 6,5 Milliarden € in den Straßenbau investiert das sind sechstausendfünfhundertmillionen Euro (6.500.000.000 €). Im Straßenbau sind 40 Millionen Euro also nicht viel:
Sie reichen gerade für 3 bis 4 km Strassenlänge!

Die Grünen stellten deshalb einen Eilantrag im Landtag, um die Finanzierung des Tickets für Bedürftige in Zukunft zu sichern.

Im übrigen hat der Direktor der Caritas im Erzbistum Köln, Frank Hensel, gesagt: „Wer Armut bekämpfen will, muss Mobilität fördern. Denn wer sich kein Ticket für Busse und Bahnen leisten kann, der kommt weder beruflich noch privat von der Stelle.“

Da stellt sich die Frage: Wo bleibt der Protest der Kirche? Das C im Parteinamen der CDU ist ohnehin nur noch eine überflüssige Buchstabenhülse.

Pervers: Mehr Mobilität für Autofahrer durch Aufhebung der Mobilität für ärmere Bürger!

Verwandte Artikel