freies wlan für alle, schnelles internet

Zugang zum schnellen Internet für Alle!

Informations- und Diskussionsveranstaltung mit Dr. Ronald Heinze, Geschäftsführer der Stadtwerke Rhede und Matthi Bolte MdL, Sprecher für Netzpolitik und Datenschutz bei den GRÜNEN

Veranstaltung am 22.09.2015 um 19:00 Uhr

Gaststätte Vereinshaus St. Josef, Kettelerstr. 6, 46414 Rhede
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Anwesend waren:
Matthi Bolte MdL, Dr. Ronald Heinze, Monika Ludwig vom Kreisvorstand, Reinhold Störkmann Sprecher des OV Rhede, Mitglieder, interessierte Bürger*innen

 

Die Kreisvorsitzende Monika Ludwig begrüßte Dr. Ronald Heinze, Matthi Bolte und die übrigen Gäste zum spannenden Thema „Zugang zum schnellen Internet für alle„.

 

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Matthi Bolte begann mit seinem Referat über die Zugangsmöglichkeiten zum schnellen Internet anhand einer Power Point Präsentation.
Er erläuterte, warum  der Ausbau des Breitbandnetzes (flächendeckender Glasfaser-ausbau) dringend notwendig sei. So habe die Digitalisierung bereits alle Lebensbereiche erreicht und revolutioniert, so dass die Versorgung der Bürger*innen mit schnellem Internet als Teil der Daseinsvorsorge begriffen werden muss. Die Anhebung der Übertragungsgeschwindigkeit in diesem Jahr von 2 Mbit/s auf 6 Mbit/s sei bereits jetzt schon zu gering, um das Internet in seiner gesamten Angebotsvielfalt nutzen zu können. So sei schon absehbar, dass die aus heutiger Sicht angestrebte Zielvorgabe von 50 Mbit/s (bis 2018 lt. Koalitionsvertrag) in Zukunft keinesfalls ausreichend sein wird.
Schulen (frühzeitige Vermittlung von Informations- u. Medienkompetenz), Krankenhäuser und Stadtverwaltungen sind nur einige der Bereiche der Daseinsvorsorge, die auf ein schnelles Internet angewiesen seien.
Neben den demografischen Aspekten machten auch wirtschaftliche Gründe einen schnellen Internetzugang für Alle unverzichtbar. Dies beträfe alle Bereiche wie z.B. Touristik, Technikbetriebe (Übertragung umfangreicher Konstruktionsunterlagen, Abrechnungen etc.). Gebiete ohne entsprechende Übertragungsgschwindigkeiten liefen Gefahr, im wirtschaftlichen Wettbewerb zu den Verlierern zu gehören.
Die Kommunen sollen deshalb in ihren Bemühungen um Netzausbau unterstützt werden, um das wirtschaftliche und soziale Leben gerade im ländlichen Raum zu fördern.
Politische Entscheidungen müssen weitsichtig erfolgen und auch die Anbieter von Telekommunikation seien beim Netzausbau in die Pflicht zu nehmen. Die Ansicht der Konservativen und Liberalen, dass der Markt dies alleine regele, hat sich als fataler Irrtum herausgestellt.
Zur Umsetzung der notwendigen Maßnahmen sei die finanzielle Unterstützung des Bundes unabdingbar. Anderenfalls werde die von der Regierung geplante flächendeckende Versorgung aller Haushalte mit 50 Mbit/s nicht möglich sein. Die Unterstützung der Kommunen beim Aufbau freier WLANs ist hier ein erster Schritt, könne aber nicht die nötige Grundversorgung der Bürger*innen mit schnellem Internet ersetzen.
Zur Umsetzung der vielen technischen Maßnahmen (Leerrohrinfrastruktur u.v.m.) sind auch Anpassungen im Telekommunikationsgesetz (TKG) erforderlich. Hier setzen sich die GRÜNEN bereits massiv beim Bund ein.

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Dr. Ronald Heinze erläuterte ebenfalls anhand einer Power Point Präsentatin sehr anschaulich, wie die Rheder Stadtwerke als modernes Dienstleistungsunternehmen bereits vor ca. 10 Jahren vorausschauend in zukunftsweisende Technologien investiert haben. Dr. Heinze weist darauf hin, dass die Stadtwerke in Rhede  die alten Freileitungen unter die Erde gebracht und verstärkt hätten, damit die Betreiber von Fotovoltaikanlagen ihren Strom einspeisen konnten. Außerdem sei bei dieser Gelegenheit  gleichzeitig Glasfaser verlegt worden. Sollten weitere Arbeiten am Leitungsnetz nötig werden, würden wie gehabt ebenfalls Leerrohre bzw.  Glasfaser mit verlegt.
Die Stadtwerke Rhede sind inzwischen selbst Telekommunikations-Anbieter. Sie haben den Ausbau von schnellem Internet im Raum Rhede in Angriff genommen und Glasfaserleitungen in einige ländliche Orte verlegt, um auch und gerade diese mit schnellem Internet zu versorgen.  Zu einigen dieser Örtlichkeiten, schätzt Dr. Heinze, wäre die Telekom  „überhaupt nicht hingekommen“. Der weitere Ausbau wird nach Dr. Heinze weiter sukzessiv vorangetrieben, weil es um die Grundversorgung aller Bürger*innen mit dem schnellen Internet gehe.

Nach diesen Vorträgen wurde sehr engagiert diskutiert. Besonders Rheder Bürger hatten Fragen speziell zu technischen Sachverhalten und zu ihrer privaten Netzsituation. Die Antworten von Dr. Heinze als äußerst erfolgreicher Chef der Rheder Stadtwerke waren ebenso interessant wie die des bestens informierten Politikers und Politikwissenschaftlers Matthi Bolte.

 

Monika Ludwig dankte Dr. Ronald Heinze und Matthi Bolte ganz herzlich für ihr Kommen und ihre anschaulichen Referate.
Nach diesem spannenden Abend verließen alle Besucher den Saal mit unzähligen (neuen) Informationen im Gepäck zu Stichworten wie Breitbandausbau, Leitungslegung, Anbieter, politischen und praktischen Hürden sowie vielen hoffnungsvollen Anstößen und ersten Erfolgsansätzen.
Eins scheint sicher: Der Zuganag zum schnellen Internet in unserem digitalen Zeitalter wird für alle Lebens- und Arbeitsbereiche bis hin zur politischen Mitbestimmung nicht nur notwendig, sondern für viele auch wirtschaftlich überlebensnotwendig sein.
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