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Fridays For Future im Kreistag

Stellungnahme der Fridays For Future
zur Klimaschutzpolitik in der Stadt und dem Kreis Borken

Gegen die menschengemachte Klimakrise, die unsere Existenz und Lebensweise auf bisher ungekannte Weise bedroht, müssen der Kreis und die Stadt Borken ihren Anteil leisten. Gerade weil man in der Region im Sektor “Stromerzeugung” fortschrittlicher ist als anderswo, müssen weitere Maßnahmen in den Bereichen Verkehr, Landwirtschaft und Wärme ​jetzt ​angegangen werden. Auch mit dem aktuellen Kurs wird man das 1,5°-Ziel und die Klimaneutralität 2035 nicht schaffen. Und mit jedem Monat, der ergebnislos verstreicht wird der nach wie vor notwendige Kurswechsel technisch schwieriger, teurer und weniger gesellschaftsfähig.

Gestern hat uns die Bürgermeisterin symbolisch das Klimaschutzkonzept der Stadt Borken überreicht. Wir freuen uns, dass sie sich für unsere Kundgebung Zeit nahm und mit uns ins Gespräch kam. Aber: Die Verwaltung will es in die Hände der Zivilgesellschaft legen, wie viel in Borken für den Klimaschutz getan wird. Eine derartige ​Verweigerung von Verantwortung​ finden wir alarmierend. Es liegt an Politik und Verwaltung, die BürgerInnen vor Gefahren zu schützen, ihre Interessen zu vertreten und diese umzusetzen. Wir haben den symbolischen USB-Stick deshalb nicht angenommen und ihn zur Einarbeitung unserer Anträge im Rathaus gelassen.

In der Kreistagssitzung wurde gestern ebenfalls die Chance nicht genutzt, einen größeren Schritt in Richtung Klimagerechtigkeit zu gehen. Statt die bestehende Klimakrise anzuerkennen und das 2035er-Ziel festzuschreiben, verabschiedete man, um die Stimmen der CDU-Mehrheitsfraktion zu erhalten, einen Minimalkonsens: 100% Erneuerbare Energien bis 2030 werden für den Kreis Borken vergleichsweise einfach zu erreichen sein; Andere Handlungsfelder werden, wie etwa Verkehr ​vertagt ​oder bleiben wie etwa Landwirtschaft komplett ​unangetastet​.

 

Wenn notwendige Maßnahmen zur Erhaltung unseres Ökosystems und unserer Gesellschaftsordnung nicht ergriffen werden sind beide gefährdet.
Wer in dieser Situation die eigenen Möglichkeiten nicht nutzt und Verantwortung ablehnt oder vertagt, handelt fahrlässig. Insbesondere die Menschen, die ein öffentliches Amt wahrnehmen, müssen sich dem auch annehmen.

Wir hoffen, dass es in der hiesigen Politik und der hiesigen Verwaltung schnellstmöglich zu mehr Verantwortungsbewusstsein kommt.

Fridays For Future Borken am 12. Juli 2019

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